Über uns Jagen vor 250 Jahren Jagdliche Helfer

 

 

Die erste Jagdwaffe des Menschen ist der Spieß, der vor allem als Wurfspieß oder Speer gebraucht wurde und schon den Mammutjägern als wichtigstes Werkzeug für die Beschaffung ihres Lebensunterhaltes diente. In der Altsteinzeit wurde die Waffe durch die Speerschleuder perfektioniert: Die Speerschleuder verstärkte die Wurfkraft und ermöglichte größere Wurfweite und Treffsicherheit. Mit der Speerschleuder konnte die Treffsicherheit von 30-40 m bei einem handgeworfenen Speer auf rd. 70-80 m erhöht werden. 

Mit dem Aufkommen von Pfeil und Bogen als erster Schußwaffe, änderte sich die Bedeutung des Speers von der Fernwaffe hin zur Nahwaffe: mit dem Speer erhielt das angeschossene Tier den Todesstoß. Es änderten sich auch Schaft und vor allem die Spitze des Speers, die seit den Metallzeitaltern aus Bronze bzw. später aus Eisen hergestellt wurde. Jagdspieße des 15. bis 18. Jhs. zeigen zudem eine Spezifizierung der Spitzenform für die Jagd auf bestimmte Tierarten wie Hirsch, Sau oder Bär.

Die blanke Waffe des berittenen Jägers im 15. und 16. Jh. war das Jagdschwert, später Hirschfänger genannt. Das aus dem Kampfschwert der Ritterzeit weiterentwickelte Jagdschwert wurde nicht als Hieb-, sondern als Stichwaffe gehandhabt.

Obwohl ab dem 17. Jh. Schußwaffen immer mehr an Bedeutung gewannen, kam der Jäger nicht ohne Blankwaffe aus. Bei den Blankwaffen war der Hirschfänger die bis ins 19. Jh. hinein am meisten getragene Waffe und noch im 20. Jh. galt er als Standessymbol der Forstbeamten. Den Namen erhielt der Hirschfänger Mitte des 17. Jhs. - er diente dem Erlegen von Rot-, Dam- und schwachem Schwarzwild - und wurde von Jagdherren wie angestellten Jägern als Zeichen des gut ausgebildeten Waidmanns getragen.


Neben dem Hirschfänger entwickelte sich vermutlich im Zusammenhang mit der Parforcejagd eine Jagdwaffe mit Säbelklinge, die sog. Plaute. Mit dieser Waffe wurde dem gestellten Wild die Beugesehnen durchtrennt, damit es nicht mehr fliehen konnte, bis der Jagdherr ihm den Fangstoß gab.

Ein für die Jagd gebrauchtes Hiebmesser war die Praxe, ein schweres Jagdmesser, das vorwiegend zum Zerlegen des erlegten Wildes diente. Zur Jagdausrüstung adeliger Herren gehörten auch spezielle Portionier- und Eßbestecke zur Verwendung im Gelände, sog. Waidmesser und Waidbestecke.

Blankwaffen

Hirschfänger aus verschiedenen Jahrhunderten





 

 


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