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Wildwaage

Nachbau nach einem Original auf der Veste Coburg

Die zerlegbare Waage wurde bereits im 17. Jahrhundert bei Jagden von Herzog Johann Casimir von Sachsen-Coburg verwendet. Mit dem auf den ersten Blick zerbrechlich wirkenden Instrument von ca. 2 m Höhe kann zentnerschweres Wild rasch mit ziemlicher Genauigkeit gewogen werden. Es handelt sich um eine Waage mit ungleichen Hebeln, an denen das Wild mit Ketten angebracht wird. Das schwere Eisengewicht am langen Hebel wird dann so verschoben, dass das Tier ins Gleichgewicht kommt. An der am langen Hebel angebrachten Skala kann das Gewicht abgelesen werden.

Solche transportablen Wildwaagen wurden über lange Zeit bei großen fürstlichen Jagden mitgeführt. Unter anderem kam eine Waage gleichen Typs auch bei einer Jagd von König Friedrich Wilhelm I. und dem damaligen Kronprinzen und späteren König Friedrich dem Großen auf der Jagd in Königs Wusterhausen 1740 verwendet.

 

 

Zur Entwicklung der Jagdwaffen

Zu den frühesten Schußwaffen zählen Pfeil und Bogen, die seit der jüngeren Altsteinzeit bis ins 16. Jh. hinein als Jagdwaffen gebräuchlich waren. Gute Bögen waren bis auf eine Entfernung von rd. 250 m sehr treffsicher.

Aufgrund höherer Durchschlagskraft wurde seit dem 12. Jh. die Armbrust, zunächst als Kriegswaffe, dann auch als Jagdwaffe eingesetzt und konnte sich lange Zeit neben den ersten Feuerwaffen behaupten. Zum Spannen der Armbrust benutzte der Schütze einen Spannhaken oder eine Armbrustwinde.

Ende des 15. Jh. kam mit dem Luntenschloßgewehr die erste Handfeuerwaffe in Gebrauch, die jedoch für die Jagd nur geringe Bedeutung hatte: der laute Knall beim Abschuß und der Geruch der brennenden Lunte vergrämten das Wild. Der Schloßmechanismus bestand aus einem s-förmiger Luntenhalter, der mit dem Abzugsmechanismus verbunden war. Bei Betätigen des Abzughebels schlug die brennende Lunte in die Pulverpfanne und löste so den Schuß aus.

Anfang des 16. Jhs. kam das Radschloßgewehr auf. Während das Luntenschloßgewehr beim Militär aufgrund einfacher Handhabung lange in Gebrauch blieb, löste die Radschloßbüchse das Luntenschloß auf der Jagd schnell ab. Das Zünden des Radschloßgewehres funktionierte nach dem Prinzip des Reibefeuerzeugs.

Der in der ersten Hälfte des 17. Jhs. in Frankreich entwickelte Steinschloßmechanismus setzte sich in Deutschland erst im 18. Jh. gegenüber dem Radschloß durch. Ein mit Federkraft gespannter Hahn mit einem eingeklemmten Flintstein schlug bei Betätigung des Abzugs gegen eine aus Stahl bestehende Schlagfläche an der Pulverpfanne. Die durch den Schlag entstehenden Funken entzündeten das Pulver.

Bei der 1807 patentierten Perkussionszündung wurde ein mit Knallsalzen gefülltes Zündhütchen verwendet, das auf dem sog. Piston saß. Beim Abziehen schlug der Hahn auf das Zündhütchen, die dabei entstehenden Funken wurden durch einen im Piston liegenden Zündkanal zur Pulverladung in die Pulverkammer geleitet und lösten so den Schuß aus.

Den Schweizer Samuel Johannes Pauly kann man als „Vater“ des modernen Einzellader-Jagdgewehres bezeichnen. 1812 ließ er sich seine Erfindung patentieren: Die Zentralfeuerpatrone mit Messingboden und Papierhülse war seine revolutionärste Entdeckung. Der Boden der Patrone aus Weichmetall sollte sich beim Schuß ausdehnen und so als Dichtung gegen Funkenflug und Gas dienen, das beim Abfeuern entsteht. Auf diesem Prinzip beruhen bis heute alle Feuerwaffen.





 

 


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