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Schwere barocke Hirschbüchse

Barocke Radschlossbüchse, ca. 1690

Im 18. Jahrhundert bestand in Mitteleuropa immer noch eine Vorliebe für Büchsen mit Radschloss und deutschem Schaft, der beim Schießen nicht an die Schulter gestützt, sondern nur an die Wange gelegt wurde. Der Birnbaumschaft und das Schloss sind reichlich mit Jagdszenen und Rocaillien versehen. Auf der Schaftbacke sieht man in feiner Beingravur den Kampf des heiligen St. Georg gegen den Drachen. Diese Art von Waffen waren auch seinerzeit schon äusserst wertvoll, wurden aber auch als Gastgeschenke gerne überreicht.

 

 

Schwere barocke Hirschbüchse

Barocke Hirschbüchse


Schwere barocke Hirschbüchse im Kal. 15,2 mm von 125 cm Gesamtlänge. Starker Achtkantlauf mit eingeschobenem Korn und Klappvisierung. Vollschäftung aus Nussbaumholz mit hellem Hornabschluss. Schnitzereien in barocker Manier an Kolbenhals, Schaft und an der Backe. Im Schaft eingelassen Schuber für Räumnadel und Ersatzgeschoss. Auf der Backe in Elfenbein eingelegt ovales Medaillon mit barockem Stern. Garnitur (Schaftkappe, Ladestockösen, Gegenplatte) aus Messing. Steinschloss, signiert „M. Felber“, mit abgetreppter Pulverpfanne, der Hahn schön mit Eisenschnitt verziert, deutscher Stecher, original Ladestock mit Horndopper.

 

Tromplon

Barockes Steinschlosstromplon von Lazarino Cominazzo

Dieses Gewehr kommt von einer ehemaligen Poststation am Tegernsee und gehörte vormals dem Haus Thurn und Taxis. Tromplone wurden im 18. Jahrhundert u. A. zur Bewachung der Reisenden in Postkutschen eingesetzt. Das Laden einer Handfeuerwaffe zu Pferde, in fahrenden Reisewagen oder auf Schiffen bei bewegter See war beim Vorderlader nicht ganz einfach - vor allem der Gebrauch des Ladestocks. Diese Schwierigkeiten bei der Handhabung mögen der wesentliche Grund für die Verbreitung von Pulverwaffen mit erweiterter Mündung gewesen sein. Mit der Konstruktion trichterförmiger Mündungen war zugleich die Absicht verbunden, unter Verwendung mehrerer Geschosse (kleine Bleikugeln) eine größere Streuung und damit eine erhöhte Feuerwirkung zu erreichen.

 

Vogelflinte

Überlange englische Steinschloss-Vogelflinte

Als Vogelflinte bezeichnet der Jäger eine lange Flinte, die man hauptsächlich bei der Vogeljagd eingesetzt hat. Der überlange Lauf (bei diesem Exemplar 142 cm) sollte den Schuss auf Wassergeflügel auch auf grössere Entfernung erlauben. Dabei scheute man sich nicht, auf einen Pulk Enten zu feuern, der auf dem Wasser schwamm. Als Plattform für derartige Jagden dienten flachbödige Kähne, die gestakt wurden. Mit der "sportlichen Jagd" des Adels hatte das nichts zu tun, es waren einfache Bauern, die sich auf diese Weise ihren Speiseplan bereicherten.

 

Saustutzen

Barocker Saustutzen

Für die Sauhatz wurde im allgemeinen eine sehr kurzläufige Waffe mit möglichst großem Kaliber verwendet. Im Unterholz war diese Waffe von Vorteil gegenüber langläufigeren Waffen. Sie war auch dazu gedacht einem verletzten Stück Schwarzwild, das äusserst wehrhaft sein konnte den Fangschuss zu geben.





 

 


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